Angesichts der furchtbaren Reaktorkatastrophe in Japan wird der Ruf nach einem schnellen Umstieg auf erneuerbare Energien immer lauter. Die EU hat eine „Road-Map“ für einen Umstieg auf erneuerbare Energien herausgegeben und Kücknitz könnte ein Modellstadtteil für erneuerbare Energien werden. Es ist also nicht nur wegen der steigenden Ölpreise höchste Zeit, dass wir uns fragen, was wir selbst tun können.
Für die Beantwortung dieser Frage bieten sich auch für Privatleute viele Möglichkeiten an: Heizen mit Sonne, Holz oder Erdwärme, Strom aus Sonnenkraft oder Kleinwindanlagen am Haus oder im Garten. Vieles davon wird gefördert.
Außerdem planen die Stadtwerke ein Holzheizkraftwerk in Kücknitz, von dem die Anlieger an der Fernwärmeleitung Wärme aus erneuerbaren Energien beziehen könnten – und das ohne eigene Heizanlage.
Solarkollektoren – am weitesten verbreitete Technik
Solarthermie kann heute ein Haus das ganze Jahr mit warmem Wasser versorgen. Das rechnet sich schon nach wenigen Jahren und dann spart man jährlich bares Geld. Mit einer größeren Anlage kann man im Winter auch seine Heizung unterstützen und Gas oder Öl einsparen. Viele Häuser in Kücknitz haben schon Solarkollektoren, meist flach auf Süddächern.
Die Solaranlage auf dem Bild rechts mit Vakuumröhrenkollektoren in Westrichtung auf der Dachgaube ist über eine Steuerung mit Holzkamin und Gasheizung verbunden. Die Familie hat in diesem Winter nur mit der Sonne und Holzkamin geheizt, die Steuerung hat auf den Gaskessel verzichten können. Das spart über 900 € an Gaskosten im Jahr ein.
Wer ganz auf erneuerbare Energien setzen will, kann z.B. auch Solarkollektoren mit einer Pelletheizung kombinieren. Das Haus unten links wird damit vollständig beheizt, die Solarkollektoren stehen in optimaler Südlage im Garten, da das Dach nur Ost-West-Seiten bietet. Die Kollektoren leisten auch im Winter bis zu 5 kW, im Sommer 18.
Solarthermie ist jahrelang erprobt und mittlerweile ein Standard für Neubauten. Solarlollektoren können auch auf Dächern sinnvoll sein, die nicht genau nach Süden ausgerichtet sind und auch schon bei mäßig bedecktem Himmel arbeiten. Welche Anlage die beste für welche Haushaltsgröße und für welches Dach ist, erfährt man am besten beim Fachunternehmen – die es auch in Kücknitz gibt. Grundsätzlich gilt aber, dass Leistung und Bedarf sich durch die Modulbauweise gut an individuelle Gegebenheiten anpassen lassen.
Die Internetseite www.klima-sucht-schutz.de bietet einen SolardachCheck, mit dem man schon einmal prüfen kann, ob sich eine Anlage auf dem eigenen Dach rechnet und außerdem viele weitere Informationen und Links.
Fördermittel für Erneuerbare Energien
Für die Anschaffung von Solarkollektoren, Biomasseheizungen und Wärmepumpen gibt es unter bestimmten Bedingungen eine Förderung. Die Anträge müssen beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gestellt werden. Sie sind im Internet zu finden unter: www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/index.html Dort stehen auch die Förderbedingungen. Wer kein Internet hat, kann beim BAFA anrufen unter: 06196 908-625
Ob Fördermittel verfügbar sind, zeigt auf den Seiten beim BAFA eine Förderampel. Wer mehr wissen will, findet hier auch eine Liste der förderfähigen Anlagen. Die kombinierten Heizanlagen mit Solarkollektoren und Biomasse oder Wärmepumpe sind dabei auch angesichts der guten Förderung besonders interessant. Mit Ihnen kann man ohne Öl oder Gas heizen.
Mit diesen Anreizen und Informationen wird es vielleicht für viele weitere Kücknitzer Haushalte interessant, erneuerbare Energien zu nutzen. Kücknitz wäre ein ganz besonderer Modellstadtteil für erneuerbare Energien.