Ich bin eine Kücknitzerin

Mein Leben in Kücknitz
Ein Gedicht von Rita Metzger

Als Kind von sieben Jahren kam ich hierher,
der Weg war lang und unfassbar schwer.
Ein Flüchtlingskind, nicht gern geseh`n,
denn jeder Einheimische glaubte durch uns,
könne ihm Unheil gescheh`n.

Wir waren arm, hatten nichteinmal satt zu essen.
Groß war die Not, wer könnte das wohl vergessen?
Wenn der Hunger uns plagte,
holte man Rüben vom Feld, an denen man nagte.
Wir schliefen auf Stroh, zu zweit auf den Matten
und waren froh, dass wir wenigstens diese hatten.
Glücklich und zufrieden legten wir uns zur Ruh,
endlich ohne Angst, machten wir die Augen zu.
Wir dankten Gott, dass er uns bewahrt und bis hierher gebracht
und wir ohne Bomben und Kriegsgeschrei
ruhen durften in der Nacht.

Ich liebte es schon als Kind in die Kirche zu geh`n,
der Weg war zwar mühsam (ca. 1 Stunde)
doch für mich war er schön.
Man hörte die Glocken, wie lieblich es klang,
komm, komm, riefen sie und meine Seele sang.
War ich dann müde vom langen Lauf,
im Hause Gottes ruhte ich aus.

Dann kamen Zeiten, sie waren wunderschön.
Man konnte es mit eigenen Augen seh`n,
wie die Wirtschaft erblühte, es ging voran,
die Menschen, sie fingen nocheinmal von vorne an.

Seitdem sind viele Jahre vergangen
und viele Menschen haben in Kücknitz
ein neues Leben angefangen.
Ich selber bin jetzt alt und schwach,
doch die Kirche mir noch eine Freude macht.
Ich darf erleben wie alles wächst und gedeiht,
und wie das neue Kirchenforum wird eingeweiht.
Schön, dass alle so fleißig waren,
jeder hat ein Stückchen dazu beigetragen.
Viele haben geschuftet, alle haben gegeben,
so füllt sich das Kirchenforum mit neuem Leben.

Doch glaubt nur nicht jetzt dürfen wir ruh`n
noch immer gibt es eine Menge zu tun.
Der Pastor zum Beispiel, der braucht ständig Geld,
er hat ja auch ein riesiges Betätigungsfeld.
Und Herr Schock, vom Kirschenrat, sorgt sich, dass
er nicht genügend Stühle für das Forum hat.
Naja, zur Not, da ist er ganz cool,
er setzt einfach vier Leute auf einen Stuhl.
Und seinen Frau die muss nicht nur singen,
sie muss auch noch das Tanzbein schwingen.

So wollen wir gemeinsam, ihr Jungen und Alten,
das neue Kirchenforum mit viel Liebe gestalten.
Vor allem aber, wollen wir Gott die Ehre geben,
denn Er sorgt ja für unser tägliches Leben.
Lobend wollen wir danken für seine Güte,
und ihn bitten, dass er uns allzeit behüte.

Wir bitten auch, oh Herr, um deinen Segen,
für dieses Haus, das du uns hast gegeben!!!

20.01.2012, Kücknitz

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